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Mexikanische Grippe

Ende April berichteten die Medien über Fälle von der sogenannten „Schweinegrippe“, die beim Menschen aufgetreten waren. Die Fälle wurden zunächst aus Mexiko gemeldet, dort kam es in der Folge der Virusinfektion auch zu Todesfällen.

Das neue Grippevirus hat nicht nur Ähnlichkeiten mit Grippeviren, die bei Schweinen vorkommen, sondern auch mit solchen, die bei Vögeln und Menschen vorkommen. Da es zudem bislang nicht in Schweinen nachgewiesen wurde, ist der Begriff „Schweinegrippe“ irreführend. Im Folgenden wird daher die Bezeichnung „Mexikanische Grippe“ verwendet, die sich auf die Herkunft des Virus bezieht.

Im Zuge der Berichterstattung wurde das BfR häufig gefragt, ob das Virus über den Verzehr von Lebensmitteln, die vom Schwein stammen, auf den Menschen übertragen werden kann. Im Folgenden hat das BfR die Antworten auf diese und andere häufig gestellten Fragen zur Mexikanischen Grippe zusammengefasst:

Was ist die Mexikanische Grippe?

Bei Menschen ist Grippe eine sehr ansteckende akute Atemwegserkrank- ung, die durch Influenza-Viren ausgelöst wird. Derzeit ist unklar, wo und in welchem Organismus das Virus der Mexikanischen Grippe entstanden ist. Es hat Ähnlichkeiten mit Schweineviren, wird jedoch von Mensch zu Mensch übertragen und ist bisher in Schweinen noch nicht nachgewiesen worden Insofern ist die Bezeichnung „Schweine- grippe“ für diese Virusinfektion irreführend.

Was ist Schweinegrippe?

Auch bei Schweinen kann durch einen oder mehrere Influenza A-Stämme eine Grippe ent-stehen. Schweine können mit mehreren Influenza-Viren gleichzeitig infiziert sein. Auf diesem Weg kann im infizierten Schwein ein neues Grippe-Virus entstehen, wenn die Gene ver-schiedener Virus-Typen sich mischen. In der Regel sind Infektionen mit der Schweinegrippe auf Schweine beschränkt. In seltenen Fällen überschreitet das Virus aber die Art-Schranke, so dass sich auch Menschen im Umgang mit lebenden Schweinen anstecken können. Die Entstehung solcher neuartiger Influenza- stämme kann in Regionen geschehen, in denen Menschen und Tiere auf sehr engem Raum unter hygienisch unzureichenden Bedingungen zusammenleben.

Wo kommt die neue Grippe bislang vor?

Bestätigte Fälle von humanen Infektionen gibt es bislang in Mexiko und den USA. Informati-onen über den aktuellen Stand der Verbreitung der Mexikanischen Grippe finden Sie auf der Internetseite des Robert Koch-Instituts: www.rki.de

Wie wird das neue Virus übertragen?

Der Verlauf der Grippe in Mexiko macht deutlich, dass das Virus fast ausschließlich von Mensch zu Mensch über Tröpfchen-Infektion, also über Niesen oder Husten übertragen wird.

Informationen zur Übertragung des Mexiko Grippe-Virus zwischen Menschen finden Sie auf der Internetseite des Robert-Koch- Instituts: www.rki.bund.de

Können sich Verbraucher über die Zubereitung und den Verzehr von Lebensmitteln mit dem Virus infizieren?

Bislang ist kein Fall bekannt, in dem sich ein Mensch über Lebensmittel mit der Mexikanischen Grippe infiziert hat. Ungeachtet dessen sollten Verbraucher grundsätzlich bei der Zu-bereitung von Fleisch immer auf bestimmte Hygienemaßnahmen achten. Wer Fleisch bei der Zubereitung mindestens zwei Minuten lang auf mindestens 70 Grad Celsius erhitzt, schützt sich vor Erkrankungen, die durch Mikroorganismen übertragen werden. Dazu zählen nicht nur Viren, sondern beispielsweise auch Bakterien wie Salmonellen oder Listerien.

Quelle: BfR 29.04.09

Mexikanische Grippe

Mexikanische Grippe („Schweinegrippe“) – Besteht durch Lebensmittel ein Infektionsrisiko für den Verbraucher?

In den Medien wird über Fälle von Mexikanischer Grippe berichtet, die beim Menschen aufgetreten sind. Die Fälle wurden zunächst aus Mexiko gemeldet, dort kam es in der Folge der Virusinfektion auch zu Todesfällen. Dabei handelt es sich offensichtlich um ein neues Virus des Influenza-Typs A H1N1, das es bisher noch nicht gab. Die genaue Herkunft des Virus ist bislang unbekannt. Es trägt genetische Komponenten von Influenza-Viren, die bislang beim Schwein, bei Vögeln und beim Menschen aufgetreten sind.

"Neue Grippe" oder "Nordamerikanische Grippe"?

Während Gesundheitsexperten um die Eindämmung der gefährlichen Schweine- grippe kämpfen, ist eine Debatte um den Namen des Erregers entbrannt. Die EU-Kommission kündigte in Brüssel an, fortan nur noch die Bezeichnung "novel flu" (Neue oder Neuartige Grippe) zu verwenden. Damit will Gesundheitskommissarin Androulla Vassiliou negative Auswirkungen auf europäische Schweineproduzenten verhindern. "Der Verzehr von Schweinefleisch ist sicher, vorausgesetzt, es ist gekocht", betonte sie.

Auch die Weltorganisation für Tier- gesundheit (OIE) hatte am Montag davor gewarnt, das tödliche Grippevirus als "Schweinegrippe" zu bezeichnen. Das Virus A/H1N1 habe nicht nur Bestandteile von Schweineviren, sondern auch von Vogel- und Menschenviren, erklärte die in Paris ansässige Organisation. Logischer sei deshalb die Bezeichnung "Nordameri- kanische Grippe" nach dem ersten Ort des Auftretens der Krankheit. Vorbild ist dabei die "Spanische Grippe", die Anfang des 19. Jahrhunderts weltweit grassierte.

Das Nationale Referenzzentrum für Influenza am Robert Koch-Institut hat am 30.4. den vierten und am 1.5.2009 den fünften Fall der neuen Influenza in Deutschland bestätigt. Der vierte Fall ist eine Krankenschwester, die einen bereits laborbestätigten Fall eines aus Mexiko zurückgekehrten Patienten gepflegt hatte. Der fünfte Fall ist ein junger Mann aus Bayern, der zuvor in Mexiko war. Die ersten drei Fälle (zwei aus Bayern, einer aus Hamburg) waren am 29. April 2009 beim RKI bestätigt worden. Einige weitere Verdachtsfälle werden im RKI noch untersucht. Bislang sind alle Fälle eher milde verlaufen.

Links:

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